Freitag, 4. Oktober 2013

Gerd Schilddorfer: Heiß



Auf der Jagd nach dem größten Geheimnis der Antike
Ein alter, weiser Künstler im Hindukusch, grausam ermordet. Eine schöne Archäologin, niedergestochen in Alexandria. Ein Berliner Nachtwächter mit durchschnittener Kehle. Der Abenteurer und Pilot John Finch kehrt nach Ägypten zurück und gerät in ein mörderisches Komplott. Die Spuren führen ihn nach Nordafrika, zu einem sagenumwobenen Grab in der Sahara, seit Jahrhunderten bewacht von Skorpionen, dessen Geheimnis so kostbar ist, dass Menschenleben wenig zählen ...



Thomas Calis ermittelt in einem Mordfall an einem Pförtner. Schon bald merkt er, dass da Profis am Werk waren, welche ihn auf die Spur der Fremdenlegion und nach Frankfurt bringen.
Salaam ermittelt im Hindukusch an einem Mord. Doch es gibt jemanden, der seine Nachforschungen nicht begrüßt und Jagd auf ihn macht.
Pilot Finch' Urlaub in Ägypten wird abrupt unterbrochen, als er den Auftrag erhält, Salaam aus dem Hindukusch zu befreien. Ein nahezu unmögliches Unterfangen.

Die Inhaltsangabe könnte noch sehr viel länger gehe, weil es so viele wichtige Figuren und Ereignisse gibt, die alle auf die ein oder andere Weise miteinander verknüpft sind. Bleibt man am Anfang noch etwas ratlos ob der verschiedenen Erzählperspektiven, der rasant wechselnden Orte und der Rätsel, die meistens eher verdichtet statt gelöst werden, so löst sich dies relativ schnell, als die ersten Ergebnisse erzielt werden.
"Heiß" liest sich wie ein Blockbuster; Popcornkino vom feinsten. Manchmal war mir dies etwas too much, aber so bleibt die Spannung in jedem Fall erhalten. Es gibt keine langweiligen Stellen, denn auch die geschichtlichen Einsträuungen sind höchst interessant und decken viele Geheimnisse auf.

Was mir nicht ganz so gut gefallen hat, sind die Figuren, welche mir, außer am Anfang und am Ende, zu glatt erscheinen. Zu Beginn wird sich Mühe gegeben, sie durch bestimmte Eigenschaften oder Erlebnisse einzigartig zu machen, was auch gut gelingt, doch lässt dies im Mittelteil zu Gunsten der Action leider stark nach. Es kam mir oft so vor, als würden die Figuren einfach nur noch funktionieren.
Zum anderen sind mir die Helden in ihren Jobs etwas zu gut. Es gibt kaum Situationen, die um den Fortbestand der Protagonisten zweifeln lässt, weil sie einfach immer eine Lösung oder einen Plan-B  in der Tasche haben. Dies macht die Handlung dann insofern vorsehbar, als dass man weiß, dass sie sich in Gefahrensituationen mit höchstens einem Kratzer retten können.
Ich finde, in manchen Teilen hätte man ruhig wieder ein paar Gänge runterschalten und mehr Platz für die Charaktere machen können, denn so liest sich der Roman tatsächlich wie der typische Actionfilm, welcher selten mit charakterstarken Figuren trumpfen kann.

Doch wenn ich die Rezensionen von anderen lese, weiß ich, dass es anscheinend nur mir so geht. Wer Action mag, die nicht hirnlos ist, sondern sich an realen, historischen Ereignissen aufhängt und einige Wendepunkte hat, dem kann ich "Heiß" empfehlen.

Die Geschichte um Finch und co. besteht aus 3 Bänden
Falsch
Heiß
Still

"Still" ist momentan noch in der Mache.

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