Sonntag, 20. Oktober 2013

Irvine Welsh: Trainspotting



Entscheide dich für Hypothekenraten, Waschmaschinen, Autos; entscheide dich dafür, auf der Couch rumzusitzen und bescheuerte Gameshows anzuglotzen, während du dir beschissenes Junkfood in den Mund stopfst. Entscheide dich dafür, langsam zu verroteten. Entscheide dich für das Leben.
Leith, ein Stadtteil von Edinburgh. Hier leben Renton, Spud, Begbie, Sick Boy und Diane in einer heruntergekommenen Vororthölle, in der sich alles um vier Dinge dreht: Musik, Drogen, Fußball und Bier - und manchmal um Sex.



Irvine Welsh ist sicherlich nicht für Jedermann. Sein Schreibstil ist offen, ehrlich und oftmals sehr vulgär. Entweder man kommt damit klar, oder man kann Trainspotting gleich bleiben lassen.
Im Mittelpunkt steht Renton, welcher heroinsüchtig ist und versucht, davon loszukommen. Ein paar Mal hat er es schon geschafft, aber durch sein Umfeld gerät er immer wieder in Kontakt mit Drogen. Gemeinsam mit seinen Freunden Sick Boy, Begbie und co, die er mal mehr und mal wieder weniger mag, rauben und verprügeln sie und überlisten immer wieder den Start.
Sie kommen mit ihrem Lebensstil klar, doch gleichzeitig weiß Renton, dass er so viel mehr aus seinem Leben machen könnte.

Der Roman erzählt nicht unbedingt linear, sondern immer wieder veschiedene Episoden. Es gibt keinen klaren Handlungsstrang. Stattdessen werden immer wieder Erlebnisse erzählt, häufig aus der Sicht Rentons, oft aber auch durch Begbie oder Spud. Das macht den Roman spannend, oftmals aber auch etwas kompliziert, da durch die Ich-Perspektive nicht immer klar wird, wer denn Ich ist.

Im Roman wird kein Blatt vor den Mund genommen: Erzählt wird von der ungeschminkten Version der Welt, von einer Welt, mit der der Normalleser wohl nicht in Kontakt gerät. So oft möchte man die Figuren schütteln und ihnen sagen, dass sie mit dem Scheiß aufhören soll. Gleichzeitig wird man sich bewusst, wie gut es einem selber geht (obwohl Renton und co. auch nicht unbedingt ganz arm dran sind).

Ein einzigartiger Schreibstil sowie ein Setting, welches seinesgleichen sucht, macht dieses Buch zu etwas ganz besonderem.

Das Buch wurde außerdem verfilmt mit Ewan McGregor in der Hauptrolle des Renton:

Kommentare:

  1. Ich hab das Buzch mal als theaterstück gesehen und naütlrich den film - war beides sehr toll :-)

    Ich mag deinen Schreibstil und die Formatierung, finde diese Rezi aber nicht gut gegliedert - du beginnst mit einem Statement zum Schreibstil und kommst dann erst zum Inhalt. Später greifest du den Schreibstil ieder auf. Außerdem betonst du oft, was nicht da ist; als wölltest du den Leser davon überzeugen, dass Welsh nicht so shlimm ist, wie sein Ruf verheißt. DAs musst du nich. Das Buch ist doch zu recht ein Bestseller :-)

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    1. Danke für die Tipps! Na ja, ich denke, mit Welsh' Schreibstil kommt nicht jeder klar, deswegen wollte ich genug vorwarnen ;)

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    2. Es gibt Autoren, vor denen man eher warnen sollte - ich komme zB. mit Bukowski nich klar. Oder Thomas Mann :-)

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    3. Von Bukowski habe ich noch nie etwas gelesen, von Mann "Die Buddenbrooks". Definitiv keine leichte Kost. Dafür habe ich mir aber gestern den "Zauberberg" gekauft, mal sehen, wie lange ich an dem herumknabbern werde :P

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  2. Es ist zwar schon ein paar Jahre her, als ich das Buch gelesen habe, aber als ich jetzt diese Buchbesprechung durchgegangen bin, sind die einzelnen Szenen in meinem Kopf wieder sehr präsent geworden. Den Film habe ich mir damals nach dem Buch dann auch noch angeschaut. Es war schon irgendwie ziemlich schockierend, aber auch gut. Schöne Rezension :-)

    Liebe Grüße

    Kay

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    1. Mittlerweile habe ich mir den Film auch mal angesehen. Echt sehr schockierend und zugleich großartig. Ich halte ihn für eine überaus gute Umsetzung der Buchvorlage.

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    2. Absolut gut umgesetzt! Die Geschichte hat schon eine gewisse Faszination ausgeübt. Oje, wenn ich daran denke, ich hatte ihn noch auf VHS geschaut :-)

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