Montag, 7. Oktober 2013

Mhairi Mc Farlane: Wir in drei Worten



Rachel und Ben.

Zu Unizeiten waren sie unzertrennlich. Beste Kumpels waren sie. Die Welt konnte ihnen nichts anhaben. Doch in der Nacht vor der Abschlussfeier ist etwas passiert. Seitdem haben sie sich nicht mehr gesehen. Zehn Jahre und 781 erfolglose Google-Suchen später stehen sie sich unerwartet gegenüber.
Wie geht's dir? -Wir müssen reden? -Liebst du mich?



Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht Rachels, welche sich zu Beginn von ihrem Verlobten Rhys trennt. 13 Jahre sind sie zusammen gewesen, und nun weiß Rachel gar nicht so Recht, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Wie datet man, nachdem man so lange mit ein und derselben Person zusammen gewesen ist. Dann hört sie, dass Ben in Manchester aufgetaucht ist. Die beiden waren beste Freunde zu Unizeiten und vielleicht auch ein bisschen mehr.

Die Erzählung wechselt zwischen der Gegenwart und Episoden aus Rachels und Bens gemeinsamer Unizeit. Die Wechsel sind erfrischend und spannend. Sie schweißen die beiden Protagonisten eng zusammen, auch wenn sie sich in der Gegenwart erst einmal distanziert gegenüber stehen. Ich bin froh, dass es nicht nur um die Beziehung zwischen den beiden geht. Rachels Freunde haben ihre ganz eigenen Probleme, und sie hat große Schwierigkeiten, sich auf dem Anfang-Dreißig-Singlemarkt zurecht zu finden.

Das riesengroße Plus des Romans ist der Schreibstil, der mich schon bei der Leseprobe begeistert hat. Er ist locker gehalten und daher sehr entspannend. Es gibt einen ganz eigenen Humor, der meine Lachmuskeln immer wieder bis zum Äußersten gereizt hat. Wirklich toll. Und doch gab es auch ernste Stellen, die ebenfalls ihren eigenen Ton gefunden haben, sodass nichts ins Lächerliche gezogen wurde.

Die Handlungsweisen der Figuren fand ich größtenteils nachvollziehbar, nur Rachel hätte man als Leser gerne wachgerüttelt. Sie erscheint anfangs als eine eher schwache Figur, die anderen gegenüber zwar immer schlagfertig gegenüber tritt, ihrem Freund Rhys aber klein beigibt und so sehr schwach wirkt. Zum Glück entwickelt sie mit der Zeit ihren eigenen Kopf, sodass man mit ihr mitfiebert.

Das Ende war toll, da es für mich überhaupt nicht kitschig oder klischeebehaftet war. Aus den Charakterzügen der Figuren ist es absolut logisch. Leider gab es ein paar lose Enden, die ich gerne noch verknüpft gesehen hätte (das große Gerichtsverfahren oder das Schicksal Zoes zum Beispiel).

"Wir in drei Worten" ist der Debütroman der Autorin und in dem Sinne ein Volltreffer. Es handelt sich um eine Liebesgeschichte, welche locker und leicht erzählt wird, gleichzeitig aber eine gewisse Tiefe besitzt, die den Leser tiefe Verbundenheit mit Rachel fühlen lässt. Mhairi Mc Farlane werde ich mir merken.

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