Dienstag, 21. Oktober 2014

George R. R. Martin: A Game of Thrones (A Song of Ice and Fire 1)



In A Game of Thrones, George R. R. Martin has created a genuine masterpiec, bringing together the best the genre has to offer, Mystery, intrigue, romance, and adventure fill the pages of the first volume in an epic series sure to delight fantasy fans everywhere.
In a land where summer can last decades and winters a lifetime, trouble is brewing. The cold is returning, an in the frozen wastes to the North of Winterfell, sinister and supernatural forces are massing beyond the kingdom's protective Wall. At the center of the conflict lie the Starks of Winterfell, a family as harsh and unyielding as the land they were born to. Sweeping from a land of brutal cold to a distant summertime kingdom of epucurean plenty, here is a tale of lords and ladies, soldiers and sorcerers, assassins and bastards, who come together in a time of grim omens. Amid plots and counterplots, tragedy and betrayal, victory and terror, the fate of the Starks, their allies, and their enemies hangs perilously in the balance, as each endeavours to win that deadliest of conflicts: the game of thrones.



Den Inhalt zusammenzufassen, ist eine kleine Herausforderung, aber ich versuche es trotzdem:
Im Mittelpunkt der Handlung steht die Familie Stark, welche auf Winterfell residiert. Lord Eddard Stark ist das Oberhaupt der Familie und wird an den Königshof geladen, wo er fortan als Hand des Königs dienen soll, nachdem die alte Hand unter mysteriösen Umständen zu Tode kam. Er nimmt seine beiden Töchter Sansa und Arya mit, während seine anderen Söhne sowie seine Frau Catelyn auf Winterfell bleiben. Als Sohn Bran erst beinahe zu Tode stürzt und dann noch ein Attentat auf ihn verübt wird, beschließt Catelyn, sich auf die Suche nach den Übeltätern zu machen. Bald wird sie fündig bei der Familie Lannister, dem Adelsgeschlecht mit der meisten Macht in ganz Westeros.
Alte Blutfehden arten aus, Menschen fürchten sich vor dem kommenden Winter, der Jahre dauern kann, und mittendrin stehen die Einzelschicksale, welche ums nackte Überlebene kämpfen müssen.

Hmh, so ganz habe ich es nicht hinbekommen, alle Handlungsstränge einzuarbeiten. Na ja ...

Den ersten Band habe ich vor ein paar Jahre bereits auf Deutsch gelesen. Weil das schon ein Weilchen her ist, die Bücher nur geliehen waren und ich auch nur bis zum 6. Deutschen (3. Englischen) gekommen bin, werde ich bis zu Beginn der nächsten Staffel im Frühjahr 2015 alle bisher erschienenen Bücher auf Englisch lesen. So jedenfalls der Plan.

Tyrion: "Never forget what you are, for surely the world will not. Make it your strength. Then it can never be your weakness. Armor youself in it, and it will never be used to hurt you." S. 57

Wer glaubt, dass es sich bei der Reihe A Song of Ice and Fire um leichte Lektüre handelt, der irrt sich gewaltig. Schon der erste Band hat ein großes Personeninventar - dieses wächst in den Folgebänden weiter und weiter. Zwar befindet sich am Ende eine Liste der Personen inklusive der Häuser und ihren Vorfahren, doch am Anfang ist das etwas sperrig, denke ich. Zu viele Infos nehmen den Lesespaß. Umso mehr Spaß hat es mir gemacht, das Buch ein zweites Mal zu lesen, weil ich dieses Mal schon wusste, welche Personen noch wichtig werden. Beim ersten Mal lesen habe ich die Figur des Theon z.B. quasi überlesen, wo er doch im zweiten (englischen) Band eine eigene Erzählperspektive erhalten hat. Wenn man die Handlung schon kennt, macht ein zweites Lesen wieder wirklich viel Spaß, weil man so viel entdecken kann.

"He smiled a lot, as if the world were a secret joke that only he was clever enough to understand." S. 398

Wie schon erwähnt, gibt es mehrere Erzählperspektiven. Im ersten Band sind dies: Ned, Catelyn, Sansa, Arya, Bran, Jon, Tyrion und Daenerys. Die Charaktere kommen in keiner festen Reihenfolge zu Wort. Vielmehr werden sie in die Gesamthandlung eingebettet und ergeben so am Ende ein großes Ganzes. Die anfänglichen Probleme, die man mit den vielen Namen haben kann, verschwinden relativ schnell, da der Kreis wirklich wichtiger Personen überschaubar bleibt. Schön finde ich außerdem, dass die Figuren nicht alle auf derselben Seite stehen, sodass man wirklich verschiedene Ansichten zu einem bestimmten Thema erhält und selber entscheiden kann, zu wem man steht. 

Cersei: "When you play the game of thrones, you win or you die. There is no middle ground." S. 488

Wenn ich etwas kritisieren muss, dann ist es die Figurenzeichnung hier und da. Für Ned Stark geht Ehre über alles. Wirklich über alles. Sein Ehrgefühl grenzt an Torheit, da er jedem die Chance geben will, sich selber zu erklären. Ihm würde es nie einfallen, jemanden zu verraten oder anzulügen. In King's Landing muss er allerdings schnell lernen, dass er mit seinem Ehrgefühl nicht weit kommt. Mir kam es so vor, als würde er oft nur auf diese Charaktereigenschaft reduziert werden.
Bei Sansa habe ich das Gefühl, dass sie einzig auf ihre kindliche Naivetät sowie ihre unbändige Liebe zu König Joffrey charakterisiert wird. Ansonsten bleibt sie ein sehr schwacher Charakter, der nicht viele Facetten hat.

Geliebt habe ich dagegen an dem Buch, dass es zwar Fantasy ist, nicht aber mit fantastischen Gestalten überladen ist. Die Menschen glauben an andere Götter, es gibt Schattenwölfe und angeblich Riesen weit oben im Norden. Früher hat es Drachen gegeben, doch jeder glaubt, dass ihre Zeit schon lange vorbei sei. Ebenweil die Fantasyeinschläge so subtil sind, liest sich das Buch sehr angenehm. Ich muss keine neuen Spezies mit ihren spezifischen Eigenschaften kennenlernen, dafür habe ich genügend "normale" Personen.

Bei Martin muss man immer dazu bereit sein, sich von wichtigen Figuren zu verabschieden. Etwas, das bei vielen anderen Büchern/Buchreihen kaum denkbar ist. Doch er erzählt von schwierigen Zeiten, in denen leider nicht alles so läuft, wie man es gerne hätte. Leute sterben, egal ob sie König oder Bauer, gutherzig oder grausam sind.
Ich weiß noch, wie ich beim ersten Mal Lesen ein paar Minuten sprachlos herumsaß, weil ich nicht glauben konnte, dass eine der Hauptfiguren einfach so gestorben war. Aber schnell muss man lernen, dass man sich mit den Figuren nicht zu sehr anfreunden sollte.

A Game of Thrones ist der Auftakt zu einer Fantasy-Reihe, welche seinesgleichen sucht. Allein schon durch die Dicke der Reihe sticht die Geschichte heraus. Martin erzählt so detailliert und verliebt in die Charaktere und die Welt, dass man sich selber als Teil ebendieser sieht und wirklich mitfiebern kann. Indem nicht wirklich Partei für eine Seite ergriffen wird, ist es dem Leser außerdem möglich, die verschiedenen Seiten abzuwägen und selber zu entscheiden, auf wessen Seite er steht.


A Song of Ice and Fire - Die Reihe:
A Game of Thrones
A Clash of Kings
A Storm of Swords
A Feast for CrowsA Dance with Dragons
The Winds of Winter (noch nicht erschienen)
A Dream of Spring (noch nicht erschienen)

Kommentare:

  1. So lange schon liegt die Reihe auf meinem Lesestapel... ob ich endlich mal dazu kommen werde, sie zu lesen? ;)
    Wenn dir so gut gefallen hat, dass es nicht so viel Magie gibt in Martins Welt, dann schau mal bei Joe Abercrombie vorbei, er schreibt auch Low-Fantasy und ist einer meiner Lieblingsautoren (habe auch ein paar Rezensionen von ihm auf meinem Blog).

    Liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
  2. Solltest du auf jeden Fall tun! Abercrombie ist mir bisher nur namentlich ein Begriff, ich werde gleich mal stöbern!

    AntwortenLöschen