Mittwoch, 5. November 2014

Anna Fricke: Weil Liebe immer stärker ist

 Quelle: amazon.de


„Du schuldest mir ein Leben“, flüsterte sie voller Verachtung zu der Suzuki. 
Seit dem Motorradunfall hat Lily Angst vor der Autobahn. Sie entschließt sich zu einer Konfrontationstherapie, doch dann verliebt sie sich ausgerechnet in Sven, ihren Fahrtherapeuten. 
Dumm nur, dass dieser bereits in festen Händen ist. Während Sven mit seinen Gefühlen ins Hadern gerät, setzt die Frau an seiner Seite alles daran Lily aus seinem Leben zu vertreiben. 




 Lily hatte einmal alles - ein erfülltes Leben und einen Mann, den sie über alles liebte. Ein Motorradunfall, den Dennis nicht überlebt, ändert alles. Lily meidet fortan Autobahnen und Motorräder erst recht! Dass es nicht so weitergehen kann, weiß sie selbst. Und so entschließt sie sich, eine Therapie zu machen und sich ihren Ängsten zu stellen. Ihr Fahrtherapeut Sven ist einfühlsam und verständnisvoll. Schon bald wird er für Lily mehr, als sie zugeben will. Aber er ist schon vergeben, allerdings nicht sehr glücklich. Besteht eine Chance?

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Lily und von Sven erzählt. Beide bemerken schon relativ schnell, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen, auch wenn beide Altlasten mit sich herumtragen. Lily trauert ihrem verstorbenen Ehemann hinterher, und Sven hat Probleme damit, sich von seiner Noch-Freundin zu trennen, einem überaus eifersüchtigen Biest. Doch wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.
Für mich ging das alles ein bisschen zu schnell. Es handelt sich bei beiden um Liebe auf den ersten Blick, und so haben sie ziemlich wenige Probleme damit, ihren Weg zueinander zu finden. Die Gefühle haben sich so schnell entwickelt, dass ich ziemliche Schwierigkeiten damit hatte, mit Lily und Sven mitzufiebern. Teilweise kam mir der Roman mehr wie eine Kurzgeschichte vor, denn wie ein Roman, so schnell ging das alles.

Zwar ist so einiges passiert, aber mir hat die Tiefe gefehlt. Jessica ist ein eifersüchtiges Biest, welches völlig am Rad dreht und es anscheinend schafft, Lily rund um die Uhr zu überwachen, so weit treibt sie ihre Manie. Ist dieses Hindernis einmal aus dem Weg geräumt, ist alles wieder gut. Sowohl Lily als auch Sven reflektieren gar nicht so wirklich über Jessica, sodass ich das Gefühl hatte, dass sie einfach nur ein praktisches Hindernis war, das halt da wahr, um es den beiden wenigstens ein bisschen schwieriger zu machen. Besonders bei Jessica hätte ich mir ein bisschen Hintergrund gewünscht. Schließlich wird man nicht umsonst zum Superstalker.
Generell kam mir alles ein bisschen konstruiert und hölzern vor. Indem im Prolog schon das Ende verraten wird, gibt es kaum Überraschungen in der Handlungen. Ich habe den Roman zwar ganz gerne gelesen, jedoch konnte er mich leider, leider bei Weitem nicht so sehr mitreißen wie Versprich mir einen Kuss. Vielleicht lag es auch ein bisschen an der Thematik, weil ich mit Motorrädern so gar nichts anfangen kann, aber irgendwie hat mir so einiges gefehlt, und ich hoffe, dass es der nächste Roman von Anna Fricke wieder bei mir schafft!

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