Dienstag, 9. Dezember 2014

Maria Engels: Neela. Ins Jenseits

Quelle: amazon.de


Die Reise ins Jenseits beginnt!
Als Neela die Nachricht vom Tod ihres Mannes Pál erhält, lässt sie nichts unversucht, um ihn aus dem Reich der Toten zurückzuholen. Mit Karte und Talisman begibt sie sich auf eine Reise durchs Niemandsland und darüber hinaus. Doch der Weg ist alles andere als leicht: Düstere Wälder und gewaltige Gebirge erschweren ihr Vorankommen. Die Harpyien und Riesenskorpione, die sie bisher für Schauergeschichten aus ihrer Kindheit gehalten hat, erweisen sich als überaus real und machen nun Jagd auf sie. Dabei handelt es sich bei diesen Ungeheuern nicht einmal um die größte Bedrohung, der sie sich entgegenstellen muss.
Der spannende, turbulente und abenteuerliche Episodenroman von Maria Engels. 




Die Gräfin Neela ist tieftraurig, als sie vom Tode ihres Mannes Pál erfährt. Doch sein Tod muss nicht gleich das Ende ihres Geliebten bedeuten. Also macht sie sich auf den Weg in das Reich der Toten. Dabei erlebt sie ein Abenteuer nach dem nächsten und lernt die wundersamsten Kreaturen kennen.

Wir Leser begleiten Neela auf ihrem beschwerlichen Weg auf der Suche nach ihrem Mann. Sie zeigt sich als eine willensstarke Frau, welche sich von keinem Hindernis abschrecken lässt und Pál um jeden Preis zurückgewinnen will. Auf ihrer Reise trifft sie auf unterschiedliche Sidekicks, welche ihr in schwierigen Situationen helfen. Schade fand ich, dass diese einen eher kleinen Raum eingenommen haben. Es hätte mich viel mehr gefreut, so jemanden wie den Skorpion Karan länger dabei zu haben. Doch die Sidekicks begleiten sie jeweils nur für einen gewissen Abschnitt der Reise, sodass Neela zur wirklich einzigen Bezugsperson wird.

Ich empfand den Einstieg als etwas zu schnell. Kaum ist der märchenhaft anmutende und traumhaft schöne Prolog vorbei, bricht auch schon die Nachricht über Páls Tod herein, und Neela entschließt sich sehr bald, ihn zu befreien. So hatte ich leider wenig Gelegenheit, Neela oder Pál so wirklich kennenzulernen. Die Rettungsaktion wurde somit zu etwas, das mich (anfangs) nicht sonderlich berührt hat. Zwar wird erzählt, dass ihr Ehemann Neela alles bedeutet, aber man fühlt davon nichts. So handelt es sich bei der Quest um eine Aufgabe, bei der ich nicht mit Feuer und Flamme dabei war. Ein längeres Intro, in welchem man beide besser kennenlernen kann, hätte mich gefreut.

Der Roman wartet mit zahlreichen fantastischen Wesen auf, die ich zum Teil gar nicht kannte und nicht so ausgelutscht waren wie der klassische Vampir. So gibt es Riesenskorpione inklusive ihrer Reiter, Sylphen, Harpyen, Gargoyles und einige mehr. Bei der ganzen Vielfalt hatte ich trotz aller Kreativität ein Problem: die Wesen in eine Kategorie/Mythologie einzuordnen. Allein wegen der Handlung liegt natürlich die griechische Mythologie mit dem Hades und der Reise auf einem Boot/Schiff dorthin nahe. Allerdings gibt es dann wieder Dinge, die davon abweichen, zum Beispiel den Herrscher der Unterwelt. So fiel es mir immer schwer, eine Grenze bei den Wesen zu ziehen. Welche Wesen sind in Neelas Welt möglich? Kann es theoretisch auch Zwerge geben? Wenn ich einen Vampirroman lese, überrascht es mich nicht, wenn ich auch auf Werwölfe treffe. Wenn ich einen Romane mit Zwergen lesen, sind auch Riesen keine Überraschung. Hier aber konnte ich schlecht einschätzen, welche Art von Wesen mir noch begegnen würden. Die Existenz mancher Wesen wurde zwar vorher schon angekündigt, viele Wesen waren aber eine völlige Überraschung, die ich nicht so recht einordnen konnte.
Meine Lieblingsfigur in diesem Komplex war der personifizierte Wahnsinn, welcher Neela auf ihrem Weg durch die Unterwelt begleitet und sie regelmäßig zum Zweifeln bewegt. Die Passagen mit den beiden habe ich wirklich genossen!

Ein weiteres Plus ist der fantastische Schreibstil. Er ist angenehm zu lesen und größtenteils Neelas Zeit angepasst. Er verhalf mir, mich wirklich in die Situationen reinzufinden (wenn sie denn nicht zu schnell vorbei waren). Er war einfach schön und elegant. Weiter so!

Ich hätte mir gewünscht, dass das Buch noch etwa 100 Seiten mehr hätte, sodass die einzelnen Sequenzen mehr ausgeführt worden wären. So war mir leider das meiste schon zu schnell vorbei, sodass ich mich icht so ganz in die Situationen hineinfühlen konnten, vor allem der Anfang hätte nach meinem Geschmack um einiges länger sein können. Davon ab ist Neela: Ins Jenseits ein wahrlich gelungenes Debüt mit einem tollen Schreibstil.

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