Donnerstag, 4. Dezember 2014

Terry Pratchett: Die Farben der Magie



 Quelle: amazon.de



Wo immer auf der Scheibenwelt etwas schiefgehen kann, ist Rincewind zur Stelle. Ob er den Zauberhut des Erzkanzlers verteidigen, den Planeten vor dem Zusammenstoß mit einem roten Stern bewahren oder als vermeintlicher Dämon Wünsche erfüllen soll – wenn der tolpatschige Magier zur Tat schreitet, kommt alles noch schlimmer als befürchtet. – Vier Romane über den unfähigsten Zauberer, der je über den Rand der Scheibenwelt gestürzt ist! – »Äh … keine Ahnung!« Rincewind



Die Scheibenwelt ist in heller Aufruh, wenn der Tourist Zweiblum die Stadt Ankh Morpork besucht, begleitet von einer Truhe auf unzähligen Füßen, welche Unmengen Gold enthält. Rincewind erklärt sich bereit, Zweiblum durch die Stadt zu führen. Doch Leute sind hinter der Truhe her, und schon bald stürzen die beiden von einem Abenteuer in das nächste.

Die Farben der Magie ist Terry Pratchetts erster Roman über die grandiose Scheibenwelt. Die Geschichten der Scheibenwelt werden aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt: Rincewind, die Hexen, die Stadtwache, Tod. Bisher habe ich hauptsächlich Romane mit den Hexen und der Stadtwache gelesen. Nach dieser Lektüre habe ich beschlossen, dass das auch erst einmal so bleibt.

Für mich war das jetzt der 7. Scheibenweltroman (wenn ich richtig gezählt habe), und ich hatte beim Lesen alte, bekannte Probleme.
Ich finde das Wesen der Scheibenwelt großartig und liebe den Humor, allerdings kann ich nie so wirklich viel mit der Handlung anfangen. So auch hier.

Für mich war der Inhalt teilweise sehr sprunghaft. Rincewind und Zweiblum sind von einem Abenteuer ins nächste gestürzt, und selten bin ich rechtzeitig mitgekommen. Orte und Situationen werden teilweise gar nicht so ausführlich beschrieben, sodass ich mich nie so richtig in die Geschehnisse und Figuren hineinversetzen konnte. Es war einfach alles ein bisschen überstürzt und hätte für meinen Geschmack etwas langsamer erzählt werden müssen, sodass man genug Zeit dafür hat, die neuen Umstände kennenzulernen. Weil alles so rasch und irgendwie distanziert passiert, hat sich für mich auch nie so richtig Spannung aufgebaut. Ich war milde interessiert, wurde aber nicht wirklich mitgerissen, obwohl die Abenteuer an sich, wenn man sie grob hört oder nacherzählt, äußerst spannend klingen.

Weder Rincewind noch Zweiblum werden dem Leser so vorgestellt, dass man sie wirklich kennenlernen kann. Man ahnt zwar, dass hinter ihnen ganz viel steckt, vor allem Rincewind hat Raum für viele weitere Erzählungen, aber die Beschreibungen kratzen in diesem Band nur an der Oberfläche, sodass es für mich schwer war, für irgendeinen von ihnen wirklich Sympathie zu empfinden.
Rincewind ist tollpatschig und ziemlich feige. Er hilft Zweiblum nur, um an die Kiste und an das Holz, woraus sie gemacht ist, zu kommen. Durch seine Unfähigkeit, Zauber zu wirken, siegt er meistens mit mehr Glück als Verstand. Zweiblum zeichnet sich durch seine große Neugier aus. Er möchte alles erleben, was es zu erleben gibt, und freut sich über lebensbedrohliche Situationen. Seine Sorglosigkeit treibt Rincewind regelmäßig in den Wahnsinn.

Ich war beim Lesen etwas traurig, dass es nicht so viele Fußnoten gibt. Diese sind in den Folgebänden meistens besonders witzig und lesenswert. Auch vermisse ich noch ein bisschen den Humor, welcher in anderen Büchern viel prominenter ist. Doch trotzdem gab es wieder zahlreiche wirklich komische Stellen, wenn Zweiblum beispielsweise ein Wörterbuch zu Rate zieht, um sich mit den Bewohnern Ankh Morporks zu unterhalten.

Man sieht an Pratchetts Erstlingswerk der Scheibenwelt, was später noch viel mehr ausgeschöpft wird. Die grandiosen Ansätze, die ich aus seinen späteren Büchern kenne, sind bereits da, dieses Werk finde ich aber ein bisschen durchschnittlich, weil die Geschehnisse einfach etwas zu viel abgefrühstückt werden. Aber zum Glück weiß ich, dass Herr Pratchett das noch viel, viel besser kann!

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