Donnerstag, 12. Februar 2015

Tammara Webber: Einfach. Liebe.

Quelle: randomhouse.de


Manchmal ist Liebe einfach. Und manchmal ist es einfach Liebe.
Als Jaqueline sich eines Abends von einer Party stiehlt, ahnt sie nicht, dass ein Verehrer sie verfolgt. Doch kaum bedrängt er sie, da liegt er schon am Boden. Ihr Retter? Ausgerechnet Lucas, der stille Einzelgänger. Er ist nicht nur sexy und geheimnisvoll, sondern auch vollkommen unnahbar und hat noch nie zuvor mit Jaqueline gesprochen. Und während sie in den letzten Wochen des Semesters versucht, sich auf ihre Prüfungen vorzubereiten, taucht Lucas plötzlich überall dort auf, wo sie auch ist. Er scheint etwas zu verbergen. Doch sein Blick brennt sich in ihr Herz ...

Jaqueline war ganze drei Jahre lang mit Kennedy zusammen. Doch dann trennte er sich von ihr aus Gründen, die sie mehr als frech fand. Jetzt leidet sie unter der Trennung und hat eigentlich so überhaupt keine Lust, auf irgendwelche Studentenparty zu gehen, wo sie eh nur Freunde von Kennedy sieht. Auf einer dieser Partys wird sie fast vergewaltigt. Bevor es zu der Tat kommen kann, wird sie von einem Mann gerettet, den sie noch nie gesehen hat. Doch fortan trifft sie Lucas immer wieder und fühlt sich mit jedem Mal mehr zu ihm hingezogen. Gleichzeitig flirtet sie aber mit ihrem Tutor, dem sie noch nie in persona kennengelernt hat und lediglich Mails schreibt.



Einfach. Liebe.  habe ich von einer Freundin erhalten, die es selber nicht beendet hat, weil es sie nicht ganz überzeugen konnte. Dementsprechend skeptisch bin ich an die Lektüre herangegangen.

Diese Skepsis blieb die ersten paar Seiten erhalten, und ich musste das ein oder andere Mal lachen, obwohl es eigentlich gar nicht angebracht war.
Die Geschichte beginnt medias in res; Jaqueline läuft auf dem Parkplatz zu ihrem Auto und wird, dort angekommen, von Buck angefallen und fast vergewaltigt. Bevor sie gerettet wird, steht er wirklich kurz davor, noch knapper kann es kaum sein. Das heißt, wir sind hier nicht bei ein bisschen Grabschen, sondern bei fast vergewaltigt. Sie entscheidet sich dann aber dazu, ihn nicht anzuzeigen. Schließlich ist Buck ja betrunken gewesen. Aber Hallo? Er stand echt nur ganz, ganz kurz davor, sie tatsächlich zu vergewaltigen, und sie lässt es einfach fallen, weil er nicht nüchtern war? Dass ihr Retter Lucas diese Entscheidung akzeptiert, fand ich noch abstruser.
Kein Wunder also, dass Buck noch das ein oder andere Mal ins Spiel kommt. Aber immer wird er von Jaqueline in Schutz genommen. Lernt sie denn nicht dazu, dass er eine gewisse Veranlagung hat, die weder gesund für sie noch irgendein anderes Mädchen ist? Aber hey, dann wäre Buck ja schon relativ schnell aus dem Buch verschwunden und er muss Jaqueline schließlich noch 100mal belästigen, bevor was passiert. Mir ist zwar klar, dass Mädchen in solchen Situationen nicht unbedingt den Mut haben, zur Polizei zu gehen, doch irgendwann sollte Jaqueline doch mal lernen, dass Schweigen nichts bringt, zumal irgendwann der halbe Campus von seinen Neigungen weiß und immer noch nichts dagegen tut, weil es ja unfair für Buck wäre, ins Gefängnis zu wandern. Ähhhhm - ja.

Ein paar Seiten später musste ich direkt wieder unfreiwillig lachen. In einer Rückblende wird erzählt, wie Jaquelines und Kennedys Trennung abgelaufen ist. Kennedey hat sich nämlich von ihr aus folgendem Grund getrennt: Er möchte gerne Politiker werden und es eines Tages mal sehr weit bringen. Nun sind die beiden schon drei Jahre lang zusammen, und eigentlich liebt er sie auch. Aber er hat Angst, dass er eines Tages, wenn er erfolgreich ist, eine Sexeskapade nach der anderen haben wird, weil er sich damals nicht ausgetobt hat. Deswegen macht er jetzt Schluss.
Bitte was? :D
Ich dachte, Jaqueline würde die Begründung mit denselbem Humor aufnehmen, aber weit gefehlt. Anscheinend meint Kennedy das völlig ernst, und sie versteht ihn mehr oder weniger.

Nach diesen ersten 20/30 Seiten war ich relativ fest davon überzeugt, das Buch wieder zur Seite zu legen, aber zum Glück kam die Handlung dann mehr ins Rollen, und ich fand Gefallen an der Lektüre.

Jaqueline und Lucas sind ein cooles Team und sie fühlen sich von Sekunde 0 an voneinander angezogen. Etwas schade fand ich, dass die beiden lange Zeit nicht allzu viel miteinander reden, sondern sich viel eher von ihren Hormonen leiten lassen. Erst sehr viel später im Buch hat man das Gefühl, Lucas richtig kennenzulernen. Was seine Figur angeht, hätte ich mir noch mehr Tiefe gewünscht. Zwar hat er eine dunkle Vergangenheit, die wirklich nicht ohne ist, aber diesbezüglich hätte ich mir noch etwas mehr gewünscht.

Ich glaube, das Buch hat viel Potential, um ganz, ganz groß zu sein. Leider wurde nicht alles ausgeschöpft, was gegangen wäre. Obwohl die Handlung sehr, sehr vorhersehbar war, hatte ich dennoch Spaß am Lesen. Ich bin nicht völlig vom Hocker gehauen worden, aber schlecht war es jetzt auch nicht. Es ist eine ganz nette Liebesgeschichte für zwischendurch.




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