Mittwoch, 11. März 2015

Frederik Backman: Ein Mann namens Ove

 Quelle: fischerverlage.de

Alle lieben Ove: der neue Nummer-1-Bestseller aus Schweden von Fredrik Backman.
Eine Geschichte über Nachbarn, Freundschaft, Liebe, das richtige Werkzeug und was sonst noch wirklich zählt im Leben – witzig, rührend, grummelig, großartig.
Haben Sie auch einen Nachbarn wie Ove? Jeden Morgen macht er seine Kontrollrunde und schreibt Falschparker auf. Aber hinter seinem Gegrummel verbergen sich ein großes Herz und eine berührende Geschichte. Seit Oves geliebte Frau Sonja gestorben ist und man ihn vorzeitig in Rente geschickt hat, sieht er keinen Sinn mehr im Leben und trifft praktische Vorbereitungen zum Sterben. Doch dann zieht im Reihenhaus nebenan eine junge Familie ein, die als Erstes mal Oves Briefkasten umnietet …

Ove sieht keinen Sinn mehr darin, weiterzuleben, nachdem seine große Liebe Sonja gestorben ist. Der Rentner macht also Pläne zum Sterben. Aber ganz so einfach ist das nicht. Beim Erhängen, Ersticken und Erschießen wird er immer wieder unterbrochen - von seinen neuen Nachbarn und von der Katze, die ihm auf Schritt und Tritt folgt. Auch wenn Ove das gar nicht wirklich will, schließt er irgendwann Parvaneh und ihre Familie ins Herz, und es bleibt die Frage, ob Ove seinen Lebenswillen zurückgewinnen kann oder ob es bereits zu spät ist.


Ove ist ein Griesgram, wie er im Buche steht. Den Morgen verbringt er damit, durch die Nachbarschaft zu laufen und die Nummernschilder falschparkender Autos aufzuschreiben. Er hat keinerlei persönlichen Kontakte und nichts, was ihn noch am Leben hält. Für seinen Tod hat er alles genaustens geplant inklusive einem Brief, in dem die Anordnungen für seine Beerdigung stehen.
Im Buch macht er dann aber eine Wandlung durch, als sich Parvaneh langsam in sein Herz schleicht und ihm zeigt, dass das Leben so viel mehr bieten kann. Ove blüht auf und zeigt, dass er treu ist und sein Möglichstes tut, um seine Freunde zu unterstützen. Er wird dabei zum Helden wider Willen.

Die anderen Figuren bleiben eher blass, was hauptsächlich daran liegt, dass sich Ove vor allem am Anfang ziemlichwenig um sie schert. So bleibt Parvanehs Tochter die gesamte Zeit "Die Siebenjährige". Man erfährt relativ wenig über die anderen, das tut dem Buch aber nicht unbedingt einen Abbruch. Es passt zu Ove, aus dessen Sicht wir die Geschichte erleben.

Anfangs wechseln die Kapitel immer zwischen Gegenwart und Vergangenheit. In der Vergangenheit erfährt man, wie Ove seine Sonja kennengelernt hat, wie er zu seinen Eltern und Schwiegereltern stand und wie er mit Sonja in das Haus eingezogen ist, in dem er immer noch lebt. Im letzten Drittel fehlen diese Kapitel; stattdessen werden zwischendurch kurze Abschnitte eingestreut, die Sonja immer präsent sein lassen.

Ich habe das Buch auch Schwedisch gelesen. Deswegen habe ich wahrscheinlich die Hälfte der Witze überlesen. Nichtsdestotrotz war der Roman ziemlich witzig. Oves Denkweise ist oftmals sehr einfach, sodass für ihn das meiste recht unkompliziert ist. Er hat seine Prinzipien, an denen er festhält. Zum Beispiel ist ein Saab die beste Automarke, und jeder muss Saab fahren! Menschen, die keinen Saab fahren, haben einfach keine Ahnung vom Leben ...
Der Roman ist urkomisch, hat aber auch seine melancholischen Stellen - das ist klar, sieht man sich nur einmal den Klappentext an. Humor, Trauer und ernste Themen sind gekonnt miteinander verknüpft, sodass man zwischendurch einmal durchatmen muss. Vor allem das Ende war in diesem Sinne sehr gut gelungen und eine kleine Achterbahn der Gefühle.

Insgesamt gesehen, fand ich das Buch super, am Anfang habe ich aber doch relativ lange gebraucht, um mich richtig reinzufinden. Ove ist eben nicht der sympathischste Typ, und so braucht es seine Zeit, bis man mit seinen Macken klarkommt. Nachdem ich diese Hürde überwunden hatte, ist er mir aber ganz schnell ans Herz gewachsen.

Ein Mann namens Ove ist schlussendlich also ein überaus witziger Roman, der zwar ein bisschen Zeit braucht, um ins Rollen zu kommen, dann aber mit dem sehr eigenen Ove eine ganz große Bereicherung ist. Das Buch zeigt uns, dass das Leben selbst nach einem großen Verlust immer noch genug zu bieten hat und nicht leichthin weggeworfen werden sollte.

1 Kommentar:

  1. Ich kenne weder den Namen, noch das Cover.
    Aber ich finde deinen Text schön geschrieben und verrät einiges über das Buch, aber nicht so viel, dass man darauf keine lust mehr hätte.
    Ich muss aber trotzdem sagen, dass es nichts für mich ist.

    Liebe Grüße

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