Donnerstag, 30. April 2015

Bettina Kiraly: Gefährliches Herz

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Johanna führt kein normales Leben. Sie ist kleptomanisch und nymphomanisch veranlagt und lässt keine Gefühle zu. Lediglich der Polizist Stephan schafft es, einen winzig kleinen Riss in ihrem Schutzwall zu verursachen. Durch den Tod ihrer Mutter ist Johanna gezwungen, in ihr Heimatdorf zurückzukehren. Welches Geheimnis verbarg ihre Mutter? Wer steckt hinter den aufkommenden Drohungen gegen Johanna? War der Tod ihrer Mutter wirklich ein Unfall?
Schließlich muss Johanna feststellen, dass ihr eigenes Herz die größte Gefahr für ihren Schutzpanzer darstellt. Johannas Gefühle für ihre Jugendliebe Robert beginnen wieder zu lodern. Doch Stephan gibt nicht so schnell auf und passt weiterhin auf Johanna auf. Was muss passieren, um Johanna zum Umdenken zu bringen und ihre Verhaltensweisen zu ändern?



Nachdem Johanna in der Jugend aus ihrem Heimatdorf verbannt worden war, hatte sie sich geschworen, nie wieder dahin zurückzukehren. In Wien heißt sie Magdalena und führt ein glückliches, wenn auch unkonventionelles Leben. Sie braucht Action in ihrem Alltag, und die kriegt sie, indem sie Dinge klaut und sich ständig neue Sexualpartner sucht. Ihre Regel: niemals mit demselben Mann zweimal schlafen. Als ihre Mutter unerwarteterweise bei einem Autounfall stirbt, treibt es Johanna zurück in die Heimat, wo sie ein dunkles Geheimnis aufdeckt, das nicht nur ihr gefährlich werden kann.

Normalerweise sage ich ja nie allzu viel zum Cover, in dem Fall muss es aber sein, weil dieses stark mit meinen Erwartungen an den Text zusammenhing. Dieses sieht für mich stark nach Krimi oder Thriller aus. Gepaart mit dem Klappentext erwartete ich also einen Krimi mit viel Persönlichkeit. Auch wenn diese Erwartungen nicht erfüllt wurden, weil Gefährliches Herz kein Krimi ist, wurde ich nicht enttäuscht. Andererseits könnte ich gar nicht so sehr festmachen, um was für ein Genre es sich handelt. Wir haben Liebesromanelemente, thrillerlastige Teile und sehr viel Drama. Aber vielleicht ist es auch gut so, dass sich der Roman nicht in nur eine Schublade stecken lassen will.

Johanna ist nicht unbedingt die sympathischste Figur, die mir je begegnet ist. Sie lebt komplett für sich und lässt niemanden an sich heran. Auch Stephan, der Polizist, mit dem sie eine Nacht zusammn verbracht hat und der sie jetzt nicht in Frieden lässt, kann sich ihr nur schwer nähern. Warum sich Johanna von allem und jedem abschottet, zeigt sich, als sie in ihr Heimatdorf zurückkehrt, wo sie von den Bewohnern gemieden wird. Nach und nach taut Johanna allerdings auf und wird so auch etwas zugänglicher, wobei ich auch ihre etwas ruppige Art mochte.

Das Familiengeheimnis klärt sich erst ziemlich am Ende auf und hat mich dann doch etwas enttäuscht. Ich fand, es war gut inszeniert und gut durchdacht, im Nachhinein kann ich aber nicht wirklich das Verhalten der Dorfbewohner verstehen. Selbst als Johanna nach Jahren der Abwesenheit zurückkehrt, halten sie ihr die Vergangenheit immer noch vor, und das auf ziemlich gemeine Weise. Ich verstehe, dass niemand mit ihr reden möchte, aber dass sie immer noch als "Hexe" bezeichnet und beleidigt wird, finde ich etwas übertrieben. Gleichzeitig erscheinen mir die Dorfbewohner als sehr unreif, weil sie Johanna immer noch so nachtragend gegenüberstehen, auch wenn sie hauptsächlich die Altlasten der Mutter auf den Schultern trägt.
Nach der ganzen Feindseligkeit hatte ich einfach noch eine ganze Ecke mehr erwartet als das, was dann letztendlich kam. Das hat meine Leseerfahrung dann auch leider ziemlich getrübt, weil die Auflösung für mich das Verhalten der Dorfbewohner sehr überzogen gemacht hat.

Spannung wurde in dem Roman ganz groß geschrieben. Die Wahrheit bleibt lange Zeit im Dunkeln, sodass man gemeinsam mit Johanna mitraten kann, wer ihr schaden möchte. Mir haben außerdem die vereinzelten Rückblenden gefallen, die Momentaufnahmen aus Johannas Vergangenheit im Dorf gezeigt haben. Diese waren oftmals sehr aufschlussreich.
Das Finale fand ich dagegen eher etwas lahm. Johanna verhält sich in der Situation ziemlich naiv und sollte es eigentlich besser wissen. Für mich war es mehr als vorhersehbar, und deswegen konnte ich am Ende nicht ganz so sehr mitfiebern.

Was bleibt mir am Ende also zu sagen?
Gefährliches Herz ist ein Roman, der mehrere Genres in sich vereint. Er kommt einem dunklen Familiengeheimnis auf die Spur, welches Johanna bis in die Gegenwart verfolgt. Sie begibt sich auf die Suche nach ihren Wurzeln und stellt sich den alten Geistern entgegen. Das alles macht Gefährliches Herz zu einem sehr lesenswerten Buch, das die Spannung durchgängig aufrecht erhält.


 

Kommentare:

  1. Hallo aus Wetter nach Gevelsberg :-) mir gefällt Dein Blog sehr gut. Finde es klasse Blogger aus der Nähe zu finden.

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  2. Hallo,
    dieses Buch hat mir auch gefallen. Ich mag den Schreibstil der Autorin sehr.

    Liebe Grüße
    Corinna

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