Donnerstag, 26. Mai 2016

Cassandra Clare: City of Fallen Angels (Chroniken der Unterwelt 4)

Quelle: arena-Verlag.de
 
Simon Lewis muss sich noch daran gewöhnen, ein Vampir zu sein. Besonders seit seine beste Freundin Clary kaum noch Zeit für ihn hat. Sie ist zu beschäftigt mit ihrer Ausbildung zur Schattenjägerin und träumt von ihrer großen Liebe. Doch finstere Dinge geschehen. Ist der Krieg, den Simon gewonnen glaubte, noch nicht vorbei?
In dem nervenzerreißenden vierten Band der Chroniken der Unterwelt nimmt uns Cassandra Clare wieder mit in die Welt der Schattenjäger, die im Herzen von New York mit Liebe, Verrat und Rache kämpfen.
 
Seitdem der Vampir Simon zum Tageslichtler geworden ist und das Kainsmal trägt, sind einige Leute hinter ihm her, um ihn auf ihre Seite zu ziehen. Simon muss sich fragen, wem er noch vertrauen kann, denn er fühlt sich nirgendwo mehr zugehörig. Selbst seine beste Freundin Clary ist ihm fern geworden. Diese befindet sich mitten in ihrer Ausbildung zur Schattenjägerin. Doch sie hat ganz andere Probleme. Jace ist seltsam abweisend und scheint es kaum noch auszuhalten, in ihrer Nähe zu sein. War's das mit ihrer Beziehung?

Bevor die eigentliche Rezension beginnt, möchte ich ein bisschen weiter ausholen. Die ersten drei Teile der Chroniken der Unterwelt habe ich innerhalb von einer Woche gelesen, so eingenommen war ich von der Handlung und den Charakteren. Weil ich aber noch nicht genug hatte, habe ich die Romane gleich noch einmal gelesen und selbst danach noch nicht genug gehabt. Mein Mitteilungsdrang war so groß, dass ich schließlich diesen Blog gegründet habe, der seit fast drei Jahren mal intensiver mal weniger intensiv betrieben wird.
Genau deswegen war ich unglaublich gespannt auf die Fortsetzungstrilogie, die an die Handlung der ersten Trilogie anschließt. Konnte mich diese ebenso überzeugen?

Kurz gesagt: nein. Vielleicht liegt es daran, dass ich in der Zwischenzeit ein wenig gealtert bin und deshalb weniger der eigentlichen Zielgruppe angehöre, aber mich konnte die Handlung einfach nicht so ganz überzeugen.

In dieser neuen Trilogie hat Clare sich dazu entschieden, nicht nur Clary und vereinzelt Jace eine Stimme zu geben, sondern so ziemlich jedem. Teile werden aus Simons, Isabelles und Magnus' Sicht erzählt, sodass es insgesamt zahlreiche (neue) Blickwinkel auf die Geschichte gibt. Gleichzeitig wird die Handlung so aber auch dezentralisiert. Müsste ich eine Hauptfigur benennen, wäre es wohl Simon, doch auch Clary und Jace nehmen einen großen Handlungsraum ein. Für mich wurde die Geschichte durch die vielen Perspektivwechsel auseinander gezogen, sodass ich mich nicht immer in alle Situationen voll und ganz hineinversetzen konnte, was schade war.

Der große Reiz an der 1. Chroniken der Unterwelt Trilogie war wohl nicht nur für mich, sondern für einen Großteil der Leserschaft die Liebesgeschichte von Jace und Clary. Nachdem sie sich ineinander verliebt haben, erfahren sie, dass die beiden Geschwister sind. Aber was tun, wenn man sich nicht gegen die Gefühle füreinander wehren kann? Das Hin und Her zwischen Moral und flammender Leidenschaft ist das, was die erste Trilogie ausmacht. Am Ende stellt sich zum Glück heraus, dass die beiden doch keine Geschwister sind und dass alles eine Farce war, um ihnen den Kampf gegen Valentin schwerer zu machen. Also ist doch jetzt alles gut, oder?
Nein, leider nicht. Ich hatte mich darauf gefreut, Clary und Jace mal in einer "normalen" Beziehung zu erleben, aber weit gefehlt. Nach ein paar harmonischen Seiten entfernt sich Jace plötzlich und wird unnahbar, was mir dieses Mal ein wenig auf die Nerven ging. Ich denke, Clare hat sich einfach an ihren ersten Büchern orientiert und das Love-Interest dem Leser entzogen, um ihn sehnsüchtig warten zu lassen, wenn es doch wieder zwischen Jace und Clary knistert. Ich fand dieses Verhältnis zwischen ihnen dieses Mal ein bisschen arg konstruiert. Nur weil einmal etwas geklappt hat, muss man es nicht immer wieder in den Büchern verbraten. Von diesem Aspekt der Handlung war ich also enttäuscht.
 
Auch die Liebe zwischen Magnus und Alec konnte mich nicht überzeugen. Ich weiß, das Paar hat viele Fans, aber ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen. Mich nervt nämlich Alec mit seiner ewigen Rumheulerei, weil er altert, während Magnus als Hexenmeister unsterblich ist. Stünden die beiden im Mittelpunkt der Handlung, könnte man das bestimmt ausbauen, aber so nehmen sie nur einen kleinen Teil der Buchseiten ein, und immer wenn sie auftreten, ist Alec wegen dieser Sache traurig und mault herum. Das ist für mich alles andere als eine einnehmende Liebesgeschichte.
 
Nun zur Gesamthandlung: Nach der großen Schlacht in Idris in City of Glass müssen sich die Schattenjäger erst einmal erholen. Das neue Bündnis zwischen den Schattenwesen ist zerbrechlich und bröckelt umso mehr, als Schattenjäger tot aufgefunden werden. Neue Figuren werden eingeführt, von denen man lange Zeit nicht weiß, auf welcher Seite sie stehen. Neue Bündnisse werden geschlossen und Geheimnisse werden gelüftet. Doch trotzdem will die Handlung nicht so richtig ins Rollen kommen. Spannung kam bei mir erst auf den letzten 150 Seiten auf, als der Showdown begann.
 
Insgesamt gesehen bin ich also doch etwas enttäuscht. Wie gesagt, vielleicht gehöre ich einfach nicht mehr zu der Zielgruppe, denn das ganze Drama um verschiedene Personen und ihre Beziehungen konnte mich einfach nicht mitreißen. Ich kam mir wie jemand vor, der auf ein paar Teenies und ihre alltäglichen Probleme hinunterschaut, nicht aber wie jemand, der wirklich in der Handlung drinsteckt und mitfiebern kann. Nichtsdestrotz hat mich das Ende so sehr angefixt, dass ich zumindest weiterlesen möchte in der Hoffnung, dass sich ein wenig von dem Drama auflöst und die Handlung mehr überzeugen kann.

Die Chroniken der Unterwelt - die Reihe:
City of Bones
City of Ashes
City of Glass
City of Fallen Angels
City of Lost Souls
City of Heavenly Fire

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