Sonntag, 19. Juni 2016

Cassandra Clare: City of Lost Souls (Chroniken der Unterwelt 5)

 
Kaum ist die Dämonin Lilith besiegt, fehlt von Jace, den Clary über alles liebt, jede Spur – auch ihr finsterer Bruder Sebastian ist verschwunden. Doch Jace findet wieder einen Weg zu Clary und enthüllt sein schreckliches Schicksal: Durch Liliths Magie ist er auf immer mit Sebastian und den dunklen Mächten verbunden. Um Jace zu retten, müssen sich auch die Schattenjäger der schwarzen Magie verschreiben. Clary geht dabei den gefährlichsten Weg: Sie möchte Jace’s Seele retten. Aber kann sie Jace überhaupt noch trauen?

Die Dämonenfürstin Lilith wurde besiegt, doch zu welchem Preis? Jace und Sebastian sind verschwunden? Die Schattenjäger beginnen eine fieberhafte Suche, um Jace zu finden und Sebastian endgültig zu vernichten. Als Clary jedoch Jace endlich wieder begegnet, hat er sich verändert. Er wurde gar nicht von Sebastian entführt, sondern hat sich ihm freiwillig angeschlossen. Widerwillig lernt Clary ihren Bruder Sebastian näher kennen und beginnt selber daran zu zweifeln, was sie für ihr Leben lang richtig gehalten hat. Hat Sebastian sich verändert? Will er gar nicht mehr in die Fußstapfen seines Vaters Valentin treten? Clary muss einige Entscheidungen treffen, die die ganze Welt auf den Kopf stellen könnten. Ist sie dafür bereit?
 
Der erste Teil der zweiten Trilogie um die Schattenjäger Jace und Clary hatte mir noch nicht ganz so gut gefallen. Er hat sich etwas gezogen, und erst am Ende wurde es richtig spannend. Diese Spannung wurde zum Glück in City of Lost Souls quasi über den ganzen Roman hinweg aufrecht erhalten.
Ich denke, der Hauptgrund dafür ist, dass sich die Handlung dieses Mal stark auf Jace und Clary konzentriert hat. Natürlich sind die anderen Figuren auch mal zu Wort kommen, allerdings hat so gut wie alles, was passiert ist, zu dem einen Handlungsstrang gepasst. So konnte man gut der einen Story folgen und sich so richtig in die Figuren hineinversetzen.
Auf der anderen Seite gab es aber auch Nebenstränge, die fortgeführt wurden und beinahe in die Leere führten. Zum Beispiel wird hin und wieder die Jungvampirin Maureen erwähnt, welche offenbar keine Lust auf Geheimhaltung hat und auf offener Straße mordet. Sie wird zwischendurch genannt, damit der Leser sie hoffentlich nicht vergisst, aber erst am Ende nimmt sie wieder größeren Platz in der Handlung ein. Ich finde, da hätte man diese kleinen Häppchen, die immer wieder eingestreut wurden, einfach lassen können. Sie haben eher von der Handlung abgelenkt, als sie voran zu treiben. Diese Ministränge bezogen sich nicht nur auf Maureen, sondern beispielsweise auch auf die Anführerin der Vampire, Camille. Ihre kleinen Auftritte waren auch fast überflüssig und haben nur auf die große Tragödie am Ende hingewiesen.
 
Gerade an Camille stört mich, dass sie im ersten Teil noch so wichtig und vor allem eine spannende Figur war, im zweiten aber plötzlich sehr still ist. Ich hatte mich darauf gefreut, zu sehen, auf welche Seite sie sich schlägt, aber dafür war ihr Charakter einfach zu flach. Schade, dass diese Figur nicht weiter ausgeführt wurde.
 
Dagegen haben mir besonders gut die Figuren Jace, Clary und Sebastian gefallen. Alle drei haben ganz neue Seiten an sich gezeigt, sodass man sich als Leser oft gefragt hat, wem man trauen kann und wie sich alles am Ende auflösen wird. Vor allem Clary stand in dem einen oder anderen Zwiespalt, sodass man mit ihr gelitten hat, wenn sie folgenschwere Entscheidungen getroffen hat. Wirklich sehr schön, was sich Clare bezüglich dieser drei Figuren ausgedacht hat.
 
Bei den Chroniken der Unterwelt handelt es sich um Jugendbücher. Erstens werden sie vorrangig von Jugendlichen gelesen, zweitens übernehmen Jugendliche die Hauptrollen. Wodurch zeichnen sich Jugendliche besonders aus? Dass ihre Hormone/Gefühle verrückt spielen. Die Tatsache, dass man als Leser nur noch darauf wartet, wann Jace und Clary es endlich mal tun, ging mir tierisch auf die Nerven. Immer wieder lässt die Autorin sie ein paar Schritte weiter gehen, bis dann wieder irgendetwas passiert, sodass sich ihr erstes gemeinsames Mal immer weiter hinauszögert. Das wurde irgendwann einfach nur ziemlich redundant und deswegen nervig. Ich glaube, ich werde echt zu alt :D
 
Alles in allem hat mir Teil 2 also besser gefallen als der Auftakt zur neuen Trilogie. Hauptsächlicher Grund dafür ist die Spannung, die hier omnipräsent war, sodass man das Buch nur ungern aus der Hand gelegt hat. City of Lost Souls endet mit einem Cliffhanger, der es in sich hat. Zwar hat das Buch ein schön geschlossenes Ende, aber es macht Lust auf das große Finale, nämlich City of Heavenly Fire. Das heißt, ich werde direkt weiterlesen und bin sehr gespannt darauf, wie fulminant der Schluss tatsächlich sein wird.
 
Die Chroniken der Unterwelt - die Reihe:
City of Lost Souls

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