Sonntag, 14. August 2016

Bella Forrest: Das Schattenreich der Vampire

Quelle: Amazon.de
 
Am Abend von Sofia Claremonts siebzehntem Geburtstag wird sie in einen Albtraum hineingesogen, aus dem sie nicht erwachen kann. Während eines ruhigen Abendspaziergangs am Strand begegnet sie einer gefährlichen blassen Kreatur, die sich nach viel mehr sehnt als nur ihrem Blut.
Sie wird in das Schattenreich entführt, eine Insel, auf der es der Sonne bis in alle Ewigkeit untersagt ist zu scheinen. Eine Insel, die auf keiner Karte zu finden ist und die von dem mächtigsten Vampirzirkel auf dem Planeten beherrscht wird. Dort wacht sie als eine Sklavin, als eine Gefangene in Ketten auf.
Sofias Leben erfährt eine aufregende und angsteinflößende Kehrtwendung, als sie aus Hunderten von Mädchen ausgewählt wird, ein Mitglied des Harems in den Baumkronen zu werden, Eigentum des dunklen, königlichen Prinzen Derek Novak.
Trotz seiner Sucht nach Macht und seines zwanghaften Durstes nach ihrem Blut wird Sofia sehr schnell klar, dass sein Quartier der sicherste Ort auf der Insel ist, und sie alles in ihrer Macht stehende tun muss, um ihn für sich zu gewinnen, wenn sie auch nur noch eine einzige weitere Nacht überleben will.
Wird sie erfolgreich sein? Oder ist es ihr vorherbestimmt, durch die Hand der Novaks das gleiche Schicksal zu erleiden wie all die anderen Mädchen vor ihr?
Sofia ist am Abend ihres 17. Geburtstags aufgelöst, als ihr bester Freund, in den sie heimlich verliebt ist, lieber seine Exfreundin trifft, als Sofia zu gratulieren. Sie flüchtet und wird prompt gefasst von einem jungen Mann, der sie ins Schattenreich entführt - eine Welt, in der Vampire herrschen und Menschen als Sklaven oder Huren benutzt werden. Sofia kommt in den Harem von Prinz Derek, der ab der ersten Sekunde von ihr angetan ist und sie nicht als bloße Sklavin behandelt. Sie versucht, seinem Charme nicht zu erliegen und von der Insel zu entkommen, aber wird ihr das gelingen?

Bevor ich zur eigentlichen Rezension komme, möchte ich über die Vermarktung dieser Buchreihe sprechen. Auf Facebook tauchten in meinem Feed mehrmals Anzeigen auf, die von einem neuen Twilight sprechen, das Millionen von Fans begeistert hat. Wenn man sich die Amazon-Rezensionen anschaut, scheint das auch zu stimmen. Wenn man aber etwas genauer hinsieht, besteht ein Großteil der 5-Sterne-Rezensionen aus 2-3-zeiligen Lobpreisungen zum Buch. Erst wenn man ein paar Sterne abzieht, kommt man zu den Rezensionen, die auch ein wenig inhaltlich auf das Buch eingehen. So übertriebener Werbung glaube ich nicht, weswegen für mich feststand, dieses Buch nicht zu kaufen, auch wenn ich damals gerne die Twilight-Reihe gelesen habe. Eine Freundin von mir ist aber auf die Anzeige reingefallen und hat mir zum Geburtstag den ersten Teil der Reihe geschenkt. Und hier sitze ich nun :D

Ich ging mit eher niedrigen Erwartungen an das Buch heran und war beim Prolog plötzlich doch positiv überrascht. Er erzählt eine Episode aus Sofias Kindheit, die nicht wirklich schön war, und erklärt, wieso Sofia häufig Probleme hat, in großen Menschenmengen zu stehen. Der Prolog und das erste Kapitel haben mich also eigentlich positiv gestimmt, doch dieses Gefühl schwand sehr schnell.

Der Schreibstil ging mir schon relativ schnell auf die Nerven. Kann natürlich auch an der (schlechten) Übersetzung liegen, doch es gab ständig Wortwiederholungen, die das Lesen nicht unbedingt zum Vergnügen gemacht haben. Davon abgesehen war die Sprache recht einfach, was zu einem Jugendbuch natürlich passt. Es gab einige schöne Sätze, größtenteils ist sie aber nicht durch Brillanz hervorgestochen.

Wenn sich eine Buchreihe als der Nachfolger von Twilight bewirbt, schaut man natürlich besonders  auf die Liebesgeschichte. Ich habe bis zum Ende gesucht, aber keine finden können. Das, was zwischen Derek und Sofia läuft, ist nichts, was bei mir als Leserin in Form von Mit-Gefühl angekommen ist. Wenn ich eine Liebesgeschichte lese, muss ich mich ein kleines bisschen mitverlieben können, das war hier aber nicht der Fall. Die beiden fanden sich von Anfang an anziehend, doch danach kam nicht mehr viel. Zwar wurde Sofias Hin- und Hergerissenheit thematisiert, warum sie sich so intensiv zu Derek hingezogen fühlte, wurde mir aber nicht klar.
 
Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass zwar viele Dinge beschrieben wurden, sie aber so oberflächlich blieben, dass man sich nicht richtig im Buch verlieren konnte. Ich war anfangs recht neugierig auf das Leben der Vampire, Dereks Vergangenheit und die Harems, die sich die Vampire halten. Alles wurde kurz angerissen, aber es blieb so blass, dass man nur eine Idee von den verschiedenen Themen hatte, aber irgendwie in der Schwebe zurückgelassen wurde.

Ich wurde von dem Ende überrascht. Nicht weil es die große Wende oder einen spannenden Cliffhanger gab, sondern weil es dann ganz einfach vorbei war. Vor allem da es sich um eine längere Reihe handelt, hätte ich gedacht, dass das Ende so spannend gemacht wird, dass der Leser quasi dazu gezwungen wird, den nächsten Teil zu kaufen. Aber nein, ein paar Kleinigkeiten geschehen, aber das war's dann auch. Das Buch ist zuende. Ich habe dieses danach weggelegt und entschieden, dass ich davon nicht mehr brauche.

Wie ihr seht, fand ich den ersten Teil dieser Reihe sehr schwach. Es gibt hier und da ein paar ganz gute Einfälle, aber das reichte nicht, um mich das gesamte Buch über bei der Stange zu halten. Dazu hat der Schreibstil zu wenig überzeugt und die Liebesbeziehung mir zu wenig gegeben, als dass ich ganz hätte abtauchen können. Wirklich enttäuscht von Das Schattenreich der Vampire war ich aber nicht, mehr habe ich eigentlich nicht erwartet.

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