Montag, 3. Oktober 2016

Stephen King: The Green Mile

Quelle: stephenking.com
 


»The Green Mile« – so nennt sich der Todestrakt des Staatsgefängnisses Cold Mountain. John Coffey wurde zum Tode verurteilt, weil er zwei Mädchen missbraucht und ermordet haben soll. Dem Hünen wohnt aber auch eine übernatürliche Kraft inne … Kann ein Mörder zugleich ein begnadeter Heiler sein? Und wenn ja, darf oder sollte man ihn dann töten?

1932: Paul Edgecombe ist Gefängniswärter auf der Green Mile im Cold Mountain Gefängnis. Dort sitzen all jene Gefangene, die zum Tode verurteilt wurden und darauf warten, dass das Urteil vollstreckt wird. Paul hat schon zahlreiche Hinrichtungen erlebt und durchgeführt und ist dabei den unterschiedlichsten Gefangenen begegnet. Doch keiner ist wie John Coffey - wie das Getränk, nur anders geschrieben -, der zwei kleine Mädchen vergewaltigt und getötet haben soll. Der riesenhafte Mann hat Angst im Dunkeln und verborgene Kräfte in sich, sodass Paul daran zu zweifeln beginnt, ob John wirklich schuldig ist und ob er seinen Job noch weiter ausführen will.

The Green Mile kennen die meisten wohl als Film mit Tom Hanks in der Hauptrolle. Ich kannte den Film auch vorher und fand ihn großartig. Selbst nach mehrmaligem Ansehen war ich immer noch total begeistert und schockiert zugleich. Deswegen war es nur eine Frage der Zeit, bis ich das Buch in die Finger bekommen würde. Interessant an diesem Roman ist, dass er ursprünglich als Fortsetzungsroman veröffentlicht wurde, das heißt, alle paar Wochen oder Monate erschien ein neuer Teil. Teilweise merkt man es beim Lesen des gesamten Romans, wenn zu Beginn eines neuen Teils noch mal wiederholt wurde, was vorher geschehen war, aber das hat der Geschichte keinen Abbruch getan.

Ich will hier gar nicht lange herumfackeln und direkt sagen, dass ich das Buch großartig fand! Wenn man mehrere Bücher von Stephen King kennt, ist es definitiv etwas anders, da einige typische Stilmittel von King fehlen und es sich nicht wirklich um Horror handelt, aber der Autor hat ja schon des Öfteren bewiesen, dass er sich auch in anderen Genres wohlfühlt.

Die Geschichte wechselt zwischen Teilen in der Gegenwart, in der Paul Edgecombe als alter Tattergreis im Altersheim sitzt und seine Geschichte erzählt, und ebendieser Geschichte.
Außerdem werfen wir einen Blick in die Vergangenheit, wenn Paul zu zweifeln beginnt, ob John Coffey der Mörder der zwei Mädchen ist, und Nachforschungen anstellt.
King spart sich dieses Mal die riesigen Hintergründe jeder einzelnen Person, was er sonst so gerne tut, und bringt uns die Figuren im Verlauf der Handlung immer näher. Sie alle sind so glaubwürdig geschildert, dass man Percy als absolut widerwärtiges Ekelpaket empfindet sowie Mitleid für John Coffey und eine tiefsitzende Furcht vor Billy the Kid.


Trotz der eher düsteren Thematik, die alleine das Setting der Todesmeile mit sich bringt, gibt es auch viele erhellende Momente, die vor allem zwischen den Gefängniswärtern zu erleben ist, aber auch mit der kleinen Maus Mr. Jingles. Der Roman beinhaltet traurige und lustige Momente, aber auch komplett niederschmetternde Szenen, und jeder, der den Film kennt, wird sich an die Hinrichtung Delacroix' erinnern.

Ich habe wirklich überhaupt nichts an dem Roman zu beanstanden und möchte noch einige Worte zur Verfilmung sagen.
Der Film ist schon alleinstehend super, aber wenn man das Buch kennt, merkt man sofort, wie genau sich die Produzenten an die Vorlage gehalten haben. Die Figuren sind mit den Schauspielern super getroffen, und der Storyverlauf wird genau verfolgt, auch wenn die Altersheimszenen im Buch weitaus ausgeprägter sind.

Kurzum, LESEN!

The Green Mile - Trailer:


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